Das erste Mal

Ich kann mich ziemlich genau daran erinnern, ich war acht Jahre alt und die Erstkommunion stand an. Diesem Ereignis fieberte ich schon sehnsüchtig entgegen. Bereits Wochen vorher besuchte ich das Schreibwarengeschäft am Ende unsere Straße zusammen mit meiner Mutter um ein Gesang- und Gebetbuch zu kaufen, denn das musste jedes Kommunionkind haben. Irgendwann später als ich wieder die Straße hinauf lief rief mich die freundliche Besitzerin in ihren Laden. Sie bat mich, ihr in den Büroraum zu folgen, was ich auch artig tat. Ich war nun sehr gespannt was jetzt geschehen sollte. Ich dachte ich würde zur  Rede gestellt, weil ich wieder etwas ausgefressen hatte.
Sie sagte mir schließlich: „Hans-Peter, wenn du mir die Vornamen und Namen von allen Kommunionkindern nennst, schenke ich dir als Dankeschön einen großen Farbmalkasten“. Das war natürlich Ansporn für mich, ihr ohne weiteres Überlegen sämtliche Namen zu nennen. Schließlich erklärte sie mir, sie wolle allen Kindern ein Buch zur Erstkommunion schenken.
Aus heutiger Sicht, war das eine Datensammlung mit dem Ziel Werbung für ein Geschäft zu machen. Freilich, damals gab es noch kein Internet und ich unterstelle der Dame auch im Nachhinein keine bösen Absichten.
Die Methoden an die Daten von Bürgern zu gelangen, haben sich heute unter Anwendung moderner Informationstechniken verfeinert und wir merken kaum etwas davon.
Dieses Beispiel muss heute in meinen Internettreffs immer herhalten, wenn es um das Thema Datensammeln, Datenklau und Ausspionieren geht. Spätestens der Hinweis auf die Tatsache, dass schon der Trend kurz nach Schließung der Wahllokale mit einer Abweichung von nur +/- zwei Prozent aufgrund der Befragung von 1000 repräsentativen Haushalten das endgültige Wahlergebnis vorhersagt erzeugt bei den Teilnehmern Aufmerksamkeit. Ich verstärke meine Ausführungen zu diesem Thema mit der Aussage, dass die vielen Plastikkärtchen, die man von allen möglichen Kaufhäusern und Supermärkten kostenlos angeboten  bekommt nicht das Ziel haben unseren Geldbeutel zu füllen, sondern  einzig und allein unser Kaufverhalten mit den gewonnenen Daten analysiert wird. Die Daten dienen schließlich den Supermärkten ihr Angebot dem Konsumverhalten anzupassen und ihren Gewinn zu optimieren. Ein Teilnehmer hatte denn ein Aha-Erlebnis und ihm war jetzt klar, warum sein Briefkasten ständig voll war mit unerwünschten Werbebriefen und sein E-Mail Postfach vor Spams überquoll. Er hatte bewusst oder unbewusst der Verwendung seiner Adresse zu Werbezwecken zugestimmt. Daten- und Adresshandel sind in Zeiten von Internet und Co. ein sehr aktuelles Thema. In diesem Zusammenhang erinnere ich auch an die Bedenken unserer Verbraucherministerin gegenüber Facebook bezüglich deren ungeklärtem Umgang mit vertraulichen Daten. Die Seniorinnen und Senioren im Internetreff nehmen die Hinweise zum Thema Datenschutz und Datensicherheit immer dankbar auf. Die Kenntnis der Gefahren und Möglichkeiten gibt Sicherheit beim Surfen.

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